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Wie du eine achtsame Zusammenkunft organisierst

Vanessa Rappa

Wie du eine achtsame Zusammenkunft organisierst


Wenn wir an die Feiertage denken, kommen uns wahrscheinlich zu aller erst das Essen, der Weihnachtsbaum und die Geschenke in den Sinn. Aber was ist mit der Bindung zu unseren Liebsten durch echte Gespräche? Das ist DAS Merkmal für eine achtsame Zusammenkunft. Wer in diesem Jahr zu Weihnachten Vertellis spielt, wird Erinnerungen schaffen, die man wahrscheinlich nie vergisst. 

Wahrscheinlich kannst du schon gar nicht mehr zählen, wie oft du auf Feiertagstreffen warst: entweder zu Besuch oder du warst sogar selbst Gastgeber. Und ganz ehrlich? Irgendwie verlaufen diese Abende nach einem sich wiederholenden Muster, oder? Sagen wir, es ist eine Silvesterparty. Einige der Gäste kennst du, andere nicht. Wie lautet hier die Standardformel? Countdown um Mitternacht, Sekt, oberflächliche, etwas umständliche Gespräche... Kommt dir das bekannt vor?




Seien wir realistisch: Die meisten traditionellen Feiertage haben einen vorhersehbaren Ablauf. Ostern? Ein paar versteckte Süßigkeiten. Weihnachten? Ein Baum und ein Haufen Geschenke. Nun, an der Tradition ist nichts auszusetzen, aber wir konzentrieren uns oft eher auf die Dinge, die den typischen Feiertagscharakter ausmachen, wie passende Teller oder den richtigen Wein und nutzen dabei nicht das, was die Feiertage uns eigentlich bieten: Eine Gelegenheit, uns mit Menschen auf einer tieferen Ebene zu verbinden.

Für die besonderen Feiertage wie Weihnachten und Silvester, möchte ich dir nicht ein Rezept für den perfekten Nachtisch geben, sondern stattdessen das Rezept für einen wunderbaren, bewussten Abend mit deinen Liebsten.

Was ist ein „intentional gathering“?

Ich hatte nie über die Wichtigkeit solcher Treffen nachgedacht, bis ich mir einen Podcast mit Priya Parker angehört hatte. Priya arbeitet in der Konfliktlösung, aber ihr jüngstes Buch „The Art of Gathering“ ist ein Toolkit, das zeigt, wie man Menschen bewusster zusammenbringt.

Auf englisch spricht man von einem „intentional gathering“ – aber was bedeutet das überhaupt?  Eigentlich nichts anderes, als dass man eine bestimmte Gruppe von Menschen auf sinnvolle und einprägsame Weise zusammenbringt. Die Art von Treffen, die dir über Jahre in Erinnerung bleiben, im Gegensatz zu solchen, bei denen du nach Hause fährst und dich fragst: „War es überhaupt wichtig, dass ich dort war?“

Lies weiter, um das Rezept für ein „intentional gathering“ zu entdecken, das von Priyas Arbeit inspiriert ist. Ich hoffe, diese Tipps helfen dir dabei, dein nächstes Feiertagstreffen zu organisieren, egal ob es sich um ein kleines Treffen oder eine große Party handelt.

Das Rezept für ein achtsames Beisammensein an den Feiertagen

  1. Ein tieferer Sinn

  2. Ein ansprechendes Thema

  3. Ausgewählte Gäste

  4. Regeln

  5. Konversation, bei der jeder zu Wort kommt

  6. Eine Einladung

  7. Ein engagierte Gastgeber



Was ist der tiefere Sinn des Treffens?

Wie bereits erwähnt, beginnen wir bei der Planung eines Treffens in der Regel mit der Ästhetik. Welches Essen wird serviert? Wo finde ich die richtigen Blumen? Bei einem achtsamen Beisammensein beginnen wir mit etwas anderem: dem Sinn und Zweck.

Für viele traditionellen Feiertagsversammlungen, wie das gemeinsame Essen an Heiligabend, mag der Sinn offensichtlich erscheinen. „Ziel ist es, als Familie zusammen zu kommen“. Das mag zutreffen, aber das ist nicht spezifisch genug. Denn es ist doch so: Man kann an jedem anderen Tag des Jahres ebenfalls als Familie zusammenkommen. Warum trefft ihr euch also genau an diesem Tag? Verstehst du was ich meine?

Wenn es um den Sinn deines Treffens geht, gilt: Je genauer, desto besser. Dies gilt insbesondere für Feiertagsversammlungen, da viele dieser Zusammenkünfte gewöhnlich sind und einer unterbewussten Formel folgen. Also, wie kommst du auf einen bestimmten Sinn? Stell dir laut Priya folgende Frage:

„Habe ich ein Bedürfnis in meinem Leben, Menschen auf eine bestimmte Art und Weise zusammenzubringen, die sie ansprechen könnte?"

Vielleicht hast du gerade eine schwere Trennung hinter dir und brauchst Unterstützung an diesen ersten Feiertagen ohne deinen Partner. Oder vielleicht sind einige deiner Familienmitglieder durch verschiedene Ansichten gespalten und brauchen eine Gelegenheit, sich wieder näher zu kommen. Was auch immer der Sinn sein mag: Denke an etwas, das zu diesem Zeitpunkt den größten Bedarf in deinem Leben, in deiner Familie oder in deiner Gemeinde decken würde.

Such dir ein bestimmtes Thema für den Abend aus

Wenn wir ein Treffen planen, beginnen wir normalerweise mit dem Thema des Abends – wie Weihnachten. Das Problem ist, dass das Thema der Party dadurch den Abend nicht besonders macht, wenn wir nicht zuerst den Sinn festgelegt haben. Nun hast du aber die Gelegenheit beides zu kombinieren und dadurch ein achtsames Feiertagstreffen zu gestalten, indem du Traditionen aufleben lässt und dein Treffen nach den oben genannten Bedürfnissen gestaltest.

Bleiben wir bei Weihnachten als Beispiel: Welche möglichen Themen kommen dir in den Sinn, wenn du an diesen Feiertag denkst? Ich denke sofort an Dankbarkeit, Zusammenhalt, Familie, Einheit, Gemeinschaft, Frieden und Geben.

Nun frag dich, wie du deinen ausgewählten Sinn und dein Thema miteinander verbinden kannst. Wenn zum Beispiel deine Familie durch einen Konflikt gespalten wurde, lautet das Thema deines Weihnachtstreffen möglicherweise „Zusammenhalt“. Wenn du eine Trennung durchmachst, kann das Thema möglicherweise „Familie“ sein. Wie kannst du nun die Ästhetik deines Beisammenseins so gestalten, dass sie zu deinem Thema passt? Wie kannst du aus der Tradition ausbrechen und diese Zusammenkunft zu einem unvergesslichen Erlebnis machen?

Hier ein paar Ideen: Anstatt Essen auf einem Buffettisch zu stapeln, hat jedes Gericht einen Namen, der zum Thema passt. Vielleicht bekommt jeder Gast ein kleines Andenken, wenn er nach Hause geht. Werde kreativ - hier gibt es kein Richtig oder Falsch!



Such dir deine Gäste gut aus

Oh ja, die Gäste! Bevor du alle Personen in deiner Kontaktliste einlädst, stell dir folgende Frage:

„Warum lade ich diese bestimmte Gruppe von Menschen ein?“

Denk daran, dass deine organisierte Zusammenkunft ein Bedürfnis in deinem Leben oder in deiner Familie erfüllt. Es ist also wichtig, wen du einlädst. Wie tragen diese Personen zum jeweiligen Sinn bei?

Das bedeutet nicht, dass an dem Treffen nur deine drei engsten Freunde teilnehmen können (es sei denn, dies entspricht deinem Sinn). Tatsächlich ist ein achtsames Beisammensein eine großartige Gelegenheit, verschiedene Freundeskreise oder Familienmitglieder einander vorzustellen. Du kannst sie über den gemeinsamen Sinn verbinden, statt alle an einen Tisch zu werfen und zu hoffen, dass die Unterhaltung gut verläuft.

Ich weiß, dass dies bei Feiertagsversammlungen schwierig werden kann, da sich viele von uns verpflichtet fühlen, bestimmte Familienmitglieder einzuladen. Aber letztendlich hast du immer die Wahl, wen du einlädst und wen nicht. Wenn du dir nicht vorstellen kannst, jemanden auszulassen, helfen dir die nächsten vier Tipps bestimmt bei deiner Entscheidung...

Erstelle Regeln

Als Gastgeber hast du die Möglichkeit, die Erfahrung, die die Gruppe machen wird, aktiv mitzugestalten. Dies kann zum Beispiel durch das Festlegen von Regeln erfolgen. Wenn dein erster Instinkt gerade lautet: „Das klingt aber hart und belehrend!“, lass dir gesagt sein: Das verstehe ich! Das war ebenfalls meine erste Reaktion...bis ich Priyas Argumentation dahinter hörte und verstand warum dies wichtig ist.

Wann immer Menschen zusammenkommen, entsteht automatisch eine gewisse Gruppendynamik. Wenn du eine achtsame Zusammenkunft organisierst, bei der eine sinnvolle Verbindung angestrebt wird, müssen alle Menschen gleichberechtigt sein. Das bedeutet mit anderen Worten: Jeder sollte das Gefühl haben, zum Gespräch beizutragen, nicht nur ein oder zwei besonders extrovertierte Personen oder Personen, die sich bereits gut kennen.

Durch Regeln werden auch Normen für die Gruppe festgelegt, die möglicherweise nicht außerhalb der Versammlung existieren. Zum Beispiel möchtest du vielleicht sicherstellen, dass Gäste beim Abendessen nicht von ihren Handys abgelenkt werden. Erstelle dazu eine spielerische „Regel der Nacht“. Vielleicht werden Handys in ein „Telefongefängnis“ gesteckt, wenn eine Person dein Zuhause betritt oder wer auch immer sein Handy während des Abends herausholt, muss den Abwasch erledigen.

Erstelle Regeln, die dem größeren Sinn der Zusammenkunft dienen und halte dich selbst auch an diese!

Wie du die Kommunikation am Tisch förderst

„Intentional Gatherings“ sind in der Regel dazu gedacht, Menschen auf einer tieferen Ebene miteinander zu verbinden und über gemeinsame Erfahrungen zu sprechen. Lasse daher den Small Talk hinter dir und finde Wege, um eine sinnvolle Konversation zwischen den Gästen herzustellen.

Für ein achtsames Beisammensein empfehlen wir dir eine Karte aus der Vertellis Holiday Edition an jeden Tischplatz zu legen. Jede Karte enthält eine spielerische, zum Nachdenken anregende Frage, mit der deine Gäste miteinander in Kontakt treten und gleichzeitig über das vergangene Jahr nachdenken können.

Falls du keine Vertellis Holiday Edition hast, können alle Gäste auch einfach eine Frage zu deinem ausgewählten Sinn beantworten. Wenn die Zusammenkunft zum Beispiel eine neue Person in der Familie willkommen heißen soll (egal, ob es sich um einen Ehepartner, einen Partner oder ein Baby handelt), könnte jeder der Reihe nach sagen, warum er dankbar für dieses neue Familienmitglied ist oder warum er überhaupt dankbar ist ein Teil dieser Familie zu sein.



Bereite deine Gäste mit einer Einladung vor

Regeln, ein bestimmtes Thema, sinnvolle Gespräche –  deine Gäste sollten wissen, worauf sie sich einlassen! Wie du das schaffst? Ganz einfach: Mit einer Einladung.

Ruf deine Gäste nicht nur an, um das Datum und die Uhrzeit des Treffens mitzuteilen. Verschick lieber eine persönliche Einladung. So kannst du der Party auch einen lustigen Namen geben und vor allen Dingen lässt du die Leute wissen, was auf sie zukommt. Schreibe auf, welche Regeln sie erwartet und welchen Sinn dieses Beisammensein hat.

Je mehr du preisgibst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du von den Gästen ein echtes „JA“ erhältst (und weniger No-Shows oder Last-Minute-Absagen sind ein weiterer Vorteil!).

Sei ein engagierter Gastgeber

Ich habe immer gedacht, dass es das Richtige ist, ein entspannter Gastgeber zu sein. Ganz nach dem Motto: Zurücklehnen und alles wird auf magische Weise schon von selbst gut werden. Richtig? Naja. Das geht besser! Wenn du dir die Zeit genommen hast und dir so viel Mühe gegeben hast, Menschen mit einem bestimmten Sinn zusammenzubringen, bleib weiterhin so engagiert. Setze deine Regeln durch, stell sicher, dass alle Gäste dabei sind und halte dich für die Dauer der Zusammenkunft an deinen Zeitplan.

Warum ist das wichtig? Wenn du es nicht tust, wird es wahrscheinlich jemand anderes bei eurem Treffen tun und er wird es möglicherweise nicht so tun, wie du es gut findest. Indem du die Verantwortung für den Abend übernimmst, verbindest, schützt und sorgst du für deine Gäste. All dies ist erforderlich, damit deine organisierte Zusammenkunft ihren Sinn erfüllt.

Du weißt nicht, ob deine Gäste offen für eine Runde Vertellis sein werden? Lies dir unsere 7 Tipps durch und überzeuge dein Umfeld sich durch unser Fragekartenspiel auf eine spielerische Weise zu öffnen. 

Teile deine Gedanken mit uns!

Wir sind gespannt auf deine Gedanken zu diesem Artikel: Was war das denkwürdigste Fest, an dem du je teilgenommen hast? Welcher Tipp für die Ausrichtung eines „intentional gatherings“ ist dein Favorit? Hinterlasse einen Kommentar und lass es uns wissen :) 

 


3 Kommentare


  • Besonders schön und beeindruckend fand ich diese Stelle( s.u.) Ich werde das auf jeden Fall aufgreifen, da wir eine neue Partnerin in der Familie haben, aber genauso wichtig ist der Aspekt, warum es einem wichtig ist, Teil der Familie zu sein. Die Frage kommt auf meine leere Karte 👌Danke für die Anregung
    Vertellis:
    “Wenn die Zusammenkunft zum Beispiel eine neue Person in der Familie willkommen heißen soll (egal, ob es sich um einen Ehepartner, einen Partner oder ein Baby handelt), könnte jeder der Reihe nach sagen, warum er dankbar für dieses neue Familienmitglied ist oder warum er überhaupt dankbar ist ein Teil dieser Familie zu sein”

    ANdrea am

  • Danke. Ich bin Networker mit Herzblut. Ich kann jeden Tipp eins zu eins umsetzen. Ich liebe eure Karten

    Dagmar Kowalski am

  • Hallo liebes Vertellis – Team, eure Fragen, die ihr mir letztens geschenkt habt, habe ich mir selber gestellt und dann über mein Leben nachgedacht, – weil ich dachte dass ich erst einmal selber klare Antworten ergründen muss, bevor ich anderen Fragen stellen kann.
    Das denkwürdigste gemeinsame Fest ist ausgerechnet das >>Weihnachtsfest<< bei uns geworden. Letztes Jahr waren wir zum Weihnachtsessen eingeladen und weil die Gastgeber sich an Weihnachten gegenseitig und an andere nichts mehr verschenken, durften wir keine Geschenke mitbringen, auch nichts Kleines wie eine einzelne Praline. Punkt. Das war gewöhnungsbedürftig. Und dieses Jahr an Weihnachten bin ich dran mit der Gegeneinladung und soll mich nun meinerseits an diese – von ihnen erstellte >>Verordnung << (oder Regel ?) halten . Ich würde ihnen 2019 allen gerne die >>rote Karte<< zeigen, meinen Koffer packen und lieber an Weihnachten verreisen, und Weihnachten für mich selber ganz alleine ganz neu entdecken, und mir selber ganz viele Fragen stellen für meine Neuorientierung. ( Dies schreibe ich nicht zum Veröffentlichen, sondern für euch, die ihr soviel Gutes wollt. ) Die Weihnachten meiner Kindheit waren geprägt von einem Vater, der es liebte ganz alleine den Schönsten Weihnachtsbaum zu schmücken, und Weihnachten war dann, wenn das Glöckchen klingelte, und die Tür aufging und dahinter der schönste Baum erstrahlte. Was er noch liebte, war jemanden ganz in der Stille zu beobachten, wie jemand sein Geschenk auspackte , um sich dann an der Freude des anderen mit-zu-freuen. ( Ich hatte es einmal zufällig gesehen. ) – Das war Weihnachten. – Mit herzlichen Grüßen von Sabine.

    Sabine am

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